Taucheruhren
Speziell auf die Bedürfnisse von Tauchern
abgestimmter Armbanduhr-Typ. Dazu gehört eine
möglichst hohe Wasserdichtigkeit, eine einseitig
gegen den Uhrzeigersinn drehbare Lünette zur
Messung der Tauchzeit und eine möglichst gute
Ablesbarkeit unter Wasser. Sinnvoll ist auch ein
kratzfestes Uhrglas (also Saphirglas), da beim
Tauchen ein Vorbeischrammen an Gegenständen nicht
auszuschließen ist.
Vor dem Abtauchen stellt der Taucher die
Nullmarkierung der Drehlünette auf die Position
des Minutenzeigers. Beim Sehen auf die Uhr kann
dann sofort die vergangene Tauchzeit abgelesen
werden. Der Grund für die Verstellung
ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn liegt im
Sicherheitsgedanken: Wird die Drehlünette während
des Tauchgangs aus Versehen verdreht, dann wird
sie immer eine scheinbar größere Tauchzeit
anzeigen, und damit ist der Taucher bei der
Berücksichtigung der Dekompressionszeit stets auf
der sicheren Seite.
Geschichte
Der Verdienst dieser epochalen Entwicklung gebührt
dem Haus Rolex, das mit der Erfindung des
verschraubten Gehäuses (1926) ein für alle Mal das
Problem der Dichtheit gelöst hat. Als Ergebnis der
Umsetzung der theoretischen Studien hin zu einer
praktischen Verwendung entstand die Oyster, die
praktisch zu einem Synonym für wasserdichte Uhren
geworden ist. Allein die Bezeichnung
weist schon auf die spezielle Eigenschaft dieses
Zeitmessers hin. Darüber hinaus stand diese Uhr
1927 im Mittelpunkt einer der ersten spektakulären
Werbekampagnen in der Geschichte der Armbanduhr.
Die sportliche Leistung von Mercedes Gleitze, die
in 15 Stunden den Ärmelkanal durchschwamm, füllte
die Seiten der damaligen Zeitschriften und
Magazine. An ihrem Handgelenk trug sie dabei eine
Rolex Oyster, die bei ihrer Ankunft auf der
anderen Seite des Kanals noch immer perfekt
funktionierte.
Das Interesse der Sammler für Taucheruhren konzentriert sich, abgesehen von
historischen Exemplaren, insbesondere auf Modelle, die in verschiedener
Weise den Begriff von "Sportlichkeit" repräsentieren. Zweifellos gehört dies
zum Image dieser Zeitmesser. Die bedeutenden Uhrenhäuser versuchen auf
verschiedene Weise, dem gerecht zu werden. Patek Philippe oder Carlier etwa
kombinieren das Konzept der Dichtheit mit einem originellen Design, wie dies
die Nautilus und die Pasha beweisen. Die Seamaster von Omega sowie die
Submariner oder Sea-Dweller von Rolex betonen vor allem die technische
Komponente. Alle diese Modelle verfügen neben vorschraubter Krone und
Gehäuse auch über einen in eine Richtung drehbaren Ring, um die Tauchzeit zu
berechnen.